Am 17.02.1992 schrieb Herr Gerhard Wallek aus Salzgitter der Redaktion des "KRANICH" folgenden Brief über die Entstehung des Namens unserer Schule:

WIE ENTSTAND DER NAME "KRANICH-GYMNASIUM"?

    Als "Ehemaliger", der 1959 sein Abitur am damaligen "Gymnasium SZ-Lebenstedt" abgelegt hat, war ich unlängst bei Nachbarn eingeladen. Das Gespräch kam auf den Punkt, wie eigentlich der Name "KRANICH-GYMNASIUM" entstanden ist, denn 1959 hieß die Schule noch nicht so. Ich habe daher mein Gedächtnis und das von Klassenkameraden angestrengt und auch im Schularchiv die Schulzeitungen aus jener Zeit eingesehen und komme zu folgender Version, bei der ich ziemlich sicher bin, dass sie richtig ist.

    Im Dezember 1955, genau genommen am 20.12., hat die Klasse 10m, der ich damals angehörte, erstmals eine Klassenzeitung herausgegeben. Sie bekam den Namen "KLASSENSPIEGEL" und hieß im Untertitel "Kladderadatsch der Klasse 10m". Insgesamt erschienen 7 Nummern bis Mitte 1956 in jeweils 25 - 30 Exemplaren. Die Zeitung kostete nur 15 Pfennige und entsprechend sah sie auch aus. Wir zogen sie auf Matrizen ab, und der Inhalt des "Käseblättchens" bestand meist aus Witzen und witzigen Balladen, daneben Berichte über Lehrer und Sportereignisse. "Redakteure" waren die Schüler Hans-Jürgen Scholz (jetzt Röntgenfacharzt in Braunschweig), Norbert Obst (Architekt in Dortmund), Klaus Wodsack (kath. Priester in Rom) und ich (Dipl.-Kfm. bei den Stahlwerken PSAG). Wahrscheinlich war es die erste Klassenzeitung an unserer Schule überhaupt. Aber nicht das ist besonders erwähnenswert, sondern die Tatsache, dass aus diesem Blatt die Schulzeitung "KRANICH" entstand, die Weihnachten 1956 mit 500 Exemplaren erschien. Nachzulesen ist dies u. a. unter dem Titel "Vom Klassenspiegel zum Kranich" im KRANICH 4/1957, Seiten 17 und 18.

    Wie kam es nun zur Gründung einer Schulzeitung? Wir hatten einen Lehrer etwas "unsanft" in der Klassenzeitung behandelt und mussten mit unserem damaligen Klassenlehrer Walter Müller zu Direktor Dr. Korn dem damaligen Schulleiter. Erst "machte er uns fertig", doch dann diskutierte er mit uns - angeregt auch durch unseren Klassenlehrer - eine Hebung des Niveaus und die Umwandlung in eine Schulzeitung. Erster "Schriftleiter" wurde Norbert Obst und die älteren Schüler von den 12. Klassen (wir waren inzwischen in der 11.) machten auch mit. Betreuer wurde für viele Jahre W. Müller, unser Klassenlehrer. Im Deutschunterricht hatten wir damals die Schillersche Ballade "Die Kraniche des Ibykus" mit dem bekannten Satz "Sieh, sieh da, Timotheus" besprochen und auswendig lernen müssen. Alles, was mit den alten Griechen zu tun hatte, interessierte uns - zumindest vorübergehend - sehr, wie man auch der Schulzeitung 1/1957 ("über die Ausgestaltung unseres Klassenraumes 1", Seiten 8 und 9) entnehmen kann. Wir zierten die leeren Wände unserer Klasse kunstvoll mit Leierspielern und Fackelträgern unter Anleitung unseres Kunsterziehers Walter Junge (oder hatten wir damals Herrn Örtel?).

    Irgendwie kamen auch die Kraniche ins Gespräch und daraus entstand die Bemalung der grossen Fassadenwand der Schule; es muss im Herbst 1956 gewesen sein. Die Ausführungen von Herrn Junge unter dem Titel "Die Gestaltung der Wand unserer Aula" sind auf den Seiten 2 und 3 der allerersten Kranich-Nummer 0/1956 nachzulesen. Aula-Wand und Ballade führten dann dazu, dass auch die neugegründete Schulzeitung den Titel "Der Kranich" bekam, den sie auch heute noch (wenn auch ohne den Artikel) hat. Ich weiss nicht mehr genau, wer den entscheidenden Vorschlag gemacht hat, aber dass unsere Klasse hierbei mitwirkte, ist klar. Nachdem sich die Schulzeitung durchgesetzt hatte und ihr Niveau immer besser wurde, war es schon fast zwingend, dass auch die Schule bei geeigneter Gelegenheit danach benannt wurde. Aber da waren wir schon längst nicht mehr auf der"Penne" und darüber können andere bestimmt besser berichten!

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