Im Rahmen des Erasmus+-Projekts „Building Bridges“ fuhren 15 Schülerinnen und Schüler des achten Jahrgangs vom 21. bis 26. September 2026 zum ersten Schüleraustausch nach Olsztyn in Polen. Die Teilnehmenden waren während ihres Aufenthalts in Gastfamilien untergebracht und erhielten dadurch unmittelbare Einblicke in den Alltag polnischer Jugendlicher.
Eigentlich sollte sich die Gruppe am Sonntag in aller Frühe am Bahnhof in Braunschweig treffen und die 9-stündige Fahrt nach Olsztyn im nordöstlichen Polen antreten, doch die Bahn machte den Plänen der Gruppe einen Strich durch die Rechnung. „Gestrandet in Frankfurt an der Oder“ hätte dann der Auftakt des Austauschs gelautet. Kurzerhand wurde der Start der ersten Gruppenfahrt, die im Rahmen des Erasmus+ Projekts „Building Bridges“ stattfindet, umgeplant und die Gruppe fuhr erst am Montag mit einem Tag Verspätung – dafür aber mit einem sicheren Reiseplan – nach Olsztyn, einer Stadt mit rund 160.000 Einwohnern, die in der Masurischen Seenplatte liegt. Neun Stunden dauerte die Zugfahrt, die die Gruppe über Berlin, Frankfurt an der Oder, Poznan, Torun und schließlich bis nach Olsztyn führt. Am Bahnhof wurde die Gruppe von ihren polnischen Gastschülerinnen und Gastschülern sowie ihren Austauscheltern begrüßt. Den ersten Abend verbrachten die jungen Kraniche dann in ungewohnter, neuer Umgebung, die sie mit viel Neugier aufnahmen.
Am Dienstag besuchte die Gruppe zum ersten Mal die polnische Schule, die Szkoła Podstawowa nr 18 im. Orła Białego, eine staatliche Grundschule im Stadtteil Dajtki. In Polen umfasst die Grundschule die Jahrgänge 1 bis 8. Erst nach der achten Klassen wechseln die Schülerinnen und Schüler auf eine weiterführende Schule mit besonderem Profil je nach Interessenlage. Der Unterricht unterschied sich von unserem Unterricht sehr. Die Klassen waren kleiner, stellenweise war der Lärmpegel sehr laut, wenn die Lehrkraft nicht streng durchgriff und die Schülerinnen und Schüler meldeten sich nicht, wenn sie einen Beitrag um Unterrichtsgeschehen leiten wollten. Am gewöhnungsbedürftigsten ist das Notensystem: in Polen ist die 6 die beste Note, während niemand eine 1 haben möchte, da sie die schlechteste Note darstellt.
Neben den schulischen Aktivitäten gab es auch ein abwechslungsreiches kulturelles Programm für die Austauschgruppe. Die Gruppe besuchte das Rathaus und die Altstadt von Olsztyn sowie ein Kino, wo sie gemeinsam einen englischen Film schauten. Ein weiterer Höhepunkt war ein Tagesausflug am Mittwoch nach Malbork mit einer ausführlichen Besichtigung der Marienburg. Die äußerst sehenswerte Burganlage stammt aus dem 13. Jahrhundert und gilt heute nicht nur als die größte Burg der Welt, sondern auch als das größte Backsteingebäude der Welt. Alle Schülerinnen und Schüler zeigten ein großes Interesse an dem imposanten Bauwerk und dessen Bedeutung.
Am Donnerstag besuchten die Achtklässler erneut den Schulunterricht, bevor sie am Freitag an einem englischsprachigen Workshop im Rahmen der 24. Olsztyner Tage der Wissenschaft und Kunst an der Universität Olsztyn teilnahmen. Während des Austauschs arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen außerdem an Projekten zu verschiedenen Aspekten des Austauschs, etwa zum Leben in den Gastfamilien, zum Schulalltag, zum Essen und zu ihren persönlichen Erfahrungen, die später am Kranich-Gymnasium der Schulöffentlichkeit präsentiert werden.
Natürlich spielte auch gemeinsame Freizeit eine wichtige Rolle. Die Jugendlichen verbrachten Zeit mit ihren Gastfamilien und Freundinnen und Freunden, nahmen an einem Pizza-Workshop teil und ließen den Austausch am letzten gemeinsamen Tag in der Innenstadt und einem Indoor-Spielhalle ausklingen.
Am Sonnabendmorgen trat die Gruppe schließlich den Heimweg an. Einstimmig sagten sie, dass sie gern ihre Zeit in Olsztyn verlängert hätten, da sie nach einer kurzen Eingewöhnung nun richtig in Polen, in Olsztyn und bei ihren Gastfamilien angekommen wären. Nichtsdestotrotz freuen sich die Schülerinnen und Schüler auf den Rücktausch, der nach den Osterferien stattfinden soll. Dann begrüßen sie die 15 polnischen Schülerinnen und Schüler in Salzgitter und zeigen ihnen ihre Familien, die Schule und ihr Leben.