Enthusiasmus und Engagement:

Der 1. Preis der Braunschweiger Filmklappe 2017 geht an das Kranich-Gymnasium

Die Kranich-Filmer

Nun ist es passiert. Tim Bruschke und Maximilian Giller haben mit dem Film "sarah" bei der Braunschweiger Filmklappe den 1. Preis gewonnen – und das im Jubiläumsjahr des Wettbewerbs, nämlich der zehnten Auflage. Wenn ein Preisgewinn und ein markanter Geburtstag zusammenfallen, dann ist das ein bisschen wie Weihnachten und Ostern auf einmal. Enthusiasmus und Engagement haben sich gelohnt. Leider konnte nur ein Film gewinnen. Zwei Beiträge hatten wir zu diesem Wettbewerb eingereicht. Aber c’est la vie. Das zweite Filmteam bestehend aus Maurice Dubois, Philippe Dubois und Janne Meineke wurde ebenfalls nominiert und fieberte bei der Preisverleihung mit. Im Anschluss gab es eine verdiente Siegerurkunde für ihre Gedichtverfilmung "Déjeuner du Matin". Wer weiß, was dieses vielversprechende Filmteam im nächsten Jahr noch auf Lager hat.
„Enthusiasmus“ und „Engagement“ sind nicht die schlechtesten Begriffe, um die Teilnahme an der „Niedersachsen Filmklappe“ zu charakterisieren, denn beides ist notwendig, um bis zur Fertigstellung eines Films durchzuhalten. Schließlich ist der Film ja ein Land, dessen Grenzen wir nie erreichen werden. Die Produktion eines Films ist wie eine Reise ins Unendliche, ein beständiges Sich-Überholen – immer gibt es etwas Neues, eine besondere Wendung: Und schon entsteht ein neues, nie dagewesenes Flechtwerk aus verschiedenen Handlungssträngen und Schauplätzen, am Ende sogar ein spannungsreicher Film.


Preisträger
Siegerurkunde

Stellen wir uns für einen Augenblick vor, die Produktion eines Filmes wäre ein großer, schwerer Marmorblock. Dann wäre die Herstellung die Zeit des kreativen Austobens, die Phase, in der alle Beteiligten dem Quader mit Hammer und Meißel zu Leibe rücken, um eine Figur herauszuarbeiten. Daran sind – auch bei einem Kurzfilm - einige beteiligt: Die, die die Ideen entwickeln; die, die das Drehbuch schreiben; Schauspieler; Kameraleute…und nicht zuletzt die, die den Film schneiden. So mühselig die Arbeit an einem Film auch ist – wenn trotz aller Schwierigkeiten und tausend Hemmnissen ein Film fertiggestellt ist, ist das ein besonderes Erlebnis mit wertvollen Erfahrungen für alle Beteiligten.
Ist der Film endlich fertig, kann er zu einem Wettbewerb eingereicht werden, zum Beispiel bei der „Braunschweiger Filmklappe“ (Termin ist stets der 15. September eines jeden Jahres). Dazu ist es wichtig, dass der eingereichte Beitrag federführend in Schülerhand liegt. Dann schlägt die Stunde der Jury, die sich den Marmorblock ansieht, mit den Knöcheln klopfend prüft, Idee, Technik, darstellerische Umsetzung und den Einsatz filmgestalterischer Mittel diskutiert und am Ende den Sieger ermittelt. Eine Jury hat sich zahlreiche Einsendungen für die verschiedenen Kategorien angeschaut und die nominierten Gruppen für Freitag, 20. Oktober 2017, zur Preisverleihung eingeladen. Dann kann man nur noch hoffen, zu den glücklichen Siegern zu gehören, denn erst bei dieser Veranstaltung wird das Geheimnis enthüllt. Es ist wie bei der Oscarverleihung: Die Preisträger sind bis zur Bekanntgabe in der Veranstaltung nicht bekannt. Man wartet und wartet und wartet; die Spannung steigt, die Nervosität auch, bis endlich der Name genannt wird. Dann erst darf gejubelt werden.
Diesmal war das Kranich-Gymnasium sogar mit zwei Beiträgen dabei: Erstens mit einer Verfilmung eines Gedichts von Jacques Prévert, einem bedeutenden französischen Lyriker, und zweitens mit einem Kurzfilm zur künstlichen Intelligenz, in dem gezeigt wird, wie ein Computer Menschen lenkt und manipuliert. Beide Filme sind in der Kategorie „Klasse 8-10“ angetreten. Das mag zunächst unklug erscheinen, sich selbst Konkurrenz zu machen, aber Vielfalt, nicht Einfalt ist gefragt. Und darüber hinaus: Erhöht man nicht die Chancen, wenn man zwei unterschiedliche Beiträge einreicht?

Auf der Leinwand

Der Film der siegreichen Filmcrew heißt "sarah"; darin wird gezeigt, wie ein Computer Menschen lenkt und manipuliert. Zugleich steckt dahinter die düstere Ahnung, dass die künstliche Intelligenz aus dem Ruder laufen könnte und es aus den Gefahren der künstlichen Intelligenz kein Entrinnen gibt; auf alle Fälle ist der Film ein Beitrag dazu, wohin sich unsere Gesellschaft entwickelt und wie sie (vielleicht) einmal aussehen wird. Der Film ist in der Kategorie „Klasse 8-10“ angetreten. Um ein Missverständnis gleich aufzuklären: Auch wenn sich hier Menschen einem Computer unterwerfen – es geht nicht um eine Konkurrenz zu "2001: Odyssee im Weltraum", in dem der unfehlbare Computer HAL die komplette Kontrolle über alles übernimmt. Schon allein die Länge des Films (09 Minuten) spricht dagegen. Natürlich gibt es Bezüge zur Filmgeschichte. Es handelt sich aber um ein eigenständiges Werk unserer Filmcrew. Wichtig ist in erster Linie, dass der Film "sarah" der Kranich-Schüler Tim Bruschke und Maximilian Giller den 1. Preis beim Braunschweiger Filmklappe-Regionalwettbewerb gewonnen hat. Das ist keineswegs selbstverständlich, denn die Konkurrenz ist groß und auch andere Schulen produzieren Filme von hoher Qualität.
Das Filmteam nimmt im Februar 2018 an der „Niedersachsen Filmklappe“ in Aurich teil und kann dort noch einmal prämiert werden. Die „Niedersachsen Filmklappe“ ist ein landesweiter Kurzfilmwettbewerb, an dem ausschließlich und automatisch alle ersten Preisträger der regionalen Filmklappen-Wettbewerbe in Niedersachsen teilnehmen. Die erste Hürde ist also genommen. Nun geht es nach Aurich. Wer macht dort das Rennen? Wenn alle fest die Daumen drücken, hilft es vielleicht. Eine angemessene Aufmerksamkeit hat der Film schon jetzt erlangt.
Denn wenn der selbst produzierte Film im Rahmen des „Braunschweig International Film Festival“ in einem voll besetzten Kinosaal (im C1 Cinema in Braunschweig) gezeigt wird, ist das schon etwas. Dieses Erlebnis, den eigenen Film in einem richtigen Kino zu sehen, wird den Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben.
Nicht zuletzt dadurch trägt der Wettbewerb dazu bei, dem Engagement und den Leistungen der Schülerinnen und Schüler aller Schulformen eine angemessene Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Auch die Salzgitter-Zeitung berichtet über den Sieg der Filmklappe-AG.

Link zum Sieger-Video

Text: K. Liebke
Fotos: AG Filmklappe

26.10.2017


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